Ein Ort zum Ankommen und Wohlfühlen

Wie sieht der Alltag in den Tagesstrukturen Grosswangen aus? Ein Besuch vor Ort zeigt, wie Betreuung, Gemeinschaft und Spiel ineinandergreifen. Im Zentrum steht dabei immer eines: Kinder sollen sich hier sicher und wie zuhause fühlen.

Bei meinem Eintreffen um 11.15 Uhr trägt Karin Rüegsegger, die Leiterin der Tagesstrukturen Grosswangen, gerade das kleine Trampolin ins Freie. Das Fussballtor steht schon zum Bespielen bereit. Seit dem 1. Juli 2024 leitet sie die Tagesstrukturen Grosswangen. Ihre Rolle beschreibt sie als sehr abwechslungsreich: Sie sorgt dafür, dass der Alltag reibungslos funktioniert, erledigt administrative Aufgaben, begleitet das Team und ist Ansprechperson für Eltern, Schule, Gemeinde und externe Fachstellen. Im Zentrum stehen für sie jedoch immer die Kinder – sie sollen sich wohl, sicher und ernst genommen fühlen.

Während wir uns im Erdgeschoss einrichten und absprechen, höre ich im Untergeschoss Geschirr und Besteck klimpern: Da ist noch jemand vor Ort. Kurz darauf erscheint die Person auch. Es ist die Betreuerin, die heute für den Küchendienst eingeteilt ist. Sie bringt Gläser und Besteck, kurz darauf auch einen Wasserkrug sowie geschnittene Rüebli und Gurken. «Es gibt immer Kinder, die bereits sehr hungrig ankommen», sagt die Leiterin, «sie sollen Gelegenheit haben, etwas Kleines und Gesundes zu essen.»

Aktuell werden rund 46 Kinder in den Tagesstrukturen Grosswangen betreut. Das Betreuungsteam besteht aus sechs engagierten Betreuungspersonen, die alle in Teilzeit arbeiten.

Um 11.30 Uhr kommen bereits die ersten beiden Kinder. Sie waren im Naturlehrgebiet. Das Mädchen fragt: «Habe ich heute Nachmittag Religionsunterricht?» und Karin Rüegsegger antwortet: «Nein, heute Nachmittag bleibst du bei uns.» Nach und nach treffen weitere Kinder ein und um 11.45 Uhr werden wir höflich gebeten, den Tisch zu räumen, damit getischt werden kann. Die Leiterin und ich setzen uns an einen Tisch im Freien.

Die Tagesstrukturen befinden sich im «Chendertreff» und bieten liebevoll gestaltete Innenräume mit altersgerechten Spielsachen. Besonders beliebt ist der grosse Aussenbereich, wo geklettert, geschaukelt, gerutscht und Fussball gespielt wird. Auch ein Tischfussballkasten sorgt für spannende Matches. Ein Highlight ist die neue Matschküche, die zu kreativem Spiel einlädt. Die meisten Kinder sind heute draussen – das Wetter ist wunderbar, viel zu schön, um nach dem Mittag in die Turnhalle zu gehen, die sonst bei Bedarf genutzt wird.

Um 12 Uhr mischt sich das Glockengeläut der Kirche mit einer Hupe – das Zeichen für die Kinder, dass das Mittagessen bereit ist. Schüsseln mit angerichtetem Salat stehen auf den Tischen bereit und die Kinder, die möchten, bekommen Salat. Heute sind es ebenerdig acht Mädchen, die Leiterin und ich. Die Essensausgabe ist im Untergeschoss. Dort schöpfen zwei Betreuerinnen das Essen. Das Mittagessen wird täglich frisch im Betagtenzentrum Linde zubereitet – heute gibt es Geschnetzeltes mit Teigwaren und Rüebli. Unten sind es vierzehn hungrige Jungs, einige stehen bereits ein zweites Mal an. Ihr Gedeck räumen die Kinder selbst ab und wer fertig gegessen hat, darf spielen oder machen, was er will – solange niemand beim Essen gestört wird.

Einige Kinder im Innern haben den neuen «Schminkkoffer» entdeckt und schminken sich gegenseitig oder malen sich die Fingernägel an. Gegen 12.45 Uhr ist es Zeit für eine kleine Süssigkeit. Die Hupe erklingt und die Kinder stehen wie zur Kommunion in einer Schlange. Sie dürfen wählen, welche Farbe ihr «Gummiwurm» haben soll. Bald ist es Zeit zum Zähneputzen. Ein Junge hat keine Zahnpasta mehr. Die Leiterin wird den Eltern über die App Klapp eine Nachricht schreiben. Der Austausch mit den Eltern erfolgt im Alltag, in vereinbarten Gesprächsterminen sowie über Klapp.

Ein anderes Kind muss heute früher gehen, weil es zum Schwimmunterricht geht. Kurz nach 13 Uhr fragen die ersten Kinder, ob sie gehen können. Aber es ist noch zu früh: 13.10 Uhr ist die vereinbarte Zeit. Danach wird es wieder ruhiger. Ein Kind bleibt heute auch in der Nachmittagsbetreuung bis 18 Uhr.

Es dauert nicht lange und das Mädchen setzt sich zu uns und meint: «Mer esch längwiilig!». Ein bekannter Satz. Die Leiterin fragt, ob sie ein Spiel machen möchte. Sie könne später auch beim «Zvieri» helfen und Früchte schneiden. Das Kind würde lieber einen Kuchen backen, wie beim letzten Mal – das geht heute leider nicht. Die Leiterin bleibt bis um 15.15 Uhr hier, die beiden anderen Betreuungspersonen sind gegangen. Für den letzten Betreuungsteil werden beide zurückkehren und die Leiterin ablösen.

Wenn die Kinder am Nachmittag aus der Schule kommen, erwartet sie zunächst ein Zvieri. Dieses wird schon im Voraus zubereitet – gelegentlich mit helfenden Kinderhänden. Danach folgt für die meisten eine freiwillige Hausaufgabenzeit in ruhiger Atmosphäre, in der die Kinder selbständig arbeiten können.

Die Betreuung findet von Montag bis Freitag statt, allerdings gibt es aktuell keine Morgenbetreuung und keine Betreuung am Mittwochnachmittag. Während der Schulferien wird zurzeit keine Betreuung angeboten. Bei kurzfristigem Bedarf werden, wenn möglich, individuelle Lösungen gesucht. Die Zusammenarbeit mit der Schule ist von einem offenen Austausch geprägt.

Bis um 18 Uhr bleiben zwei Betreuungspersonen. Nach dem Aufräumen kehrt Ruhe ein – bis zum nächsten Tag.

Zum Abschluss betont Karin Rüegsegger, wie wichtig ihr die gute Zusammenarbeit mit ihrem Team, den Eltern, der Schule, der Gemeinde und dem Betagtenzentrum Linde ist: Sie bildet die Grundlage dafür, dass den Kindern ein sicherer und liebevoller Ort geboten werden kann.

Mit Blick in die Zukunft wünscht sie sich hellere und grosszügigere Räume mit verschiedenen Bereichen zum Spielen, Entdecken und Zurückziehen –wie ein zweites Zuhause für die Kinder. Auch von Seiten der Gemeinde wird angestrebt, mit der Schulraumerweiterung die Tagesstrukturen künftig stärker in den Schulalltag zu integrieren, sodass zusätzliche Räume wie Turnhalle oder Fachzimmer mitgenutzt werden könnten.

Fabiola Michel
April 2026

Ein Ort zum Ankommen und Wohlfühlen
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