Céline Ziegler im Gespräch
- Alter: 22 Jahre alt
- Wohnort: Egolzwil
- Ausbildung: PH Luzern, Abschluss 2026
- Hobbies: Turnverein, Blauring, singen
- Ein Satz über dich: "Ich bin eine Person, die gerne lacht und einfach glücklich sein will."
Wie waren deine ersten Wochen an unserer Schule?
Meine ersten Schulwochen waren geprägt von vielen schönen, neuen Erfahrungen und besonderen Momenten, aber auch von hohen Ansprüchen, nachdenklichen Augenblicken und einigen Herausforderungen.
Was hat dich dazu bewogen, dich gerade in Grossswangen zu bewerben?
Ich weiss noch genau, wie im vergangenen Januar, mitten in meinem Abschlusspraktikum, beinahe täglich neue Stellen ausgeschrieben wurden. Darunter befand sich auch eine Stelle in Grosswangen. Für meinen Berufseinstieg wünschte ich mir eine reine Klasse ohne Jahrgangsmischung, eine Schule auf dem Land und einen möglichst kurzen Arbeitsweg. Mit Grosswangen schienen all diese Wünsche erfüllt zu sein, weshalb ich mich für die Stelle bewarb – zu meinem Glück mit Erfolg.
Gibt es bereits etwas, das du an Grosswangen besonders schätzt?
Ja, auf jeden Fall! Natürlich schätze ich es sehr, nun meine erste eigene Klasse zu haben und gemeinsam mit den Kindern Neues zu entdecken, zu lernen und auch viel zu lachen. Es ist schön, sie auf ihrem Weg begleiten zu dürfen und dabei selbst jeden Tag neue Erfahrungen zu sammeln.
Ebenso schätze ich sehr, wie herzlich ich im Team aufgenommen wurde und mich von Anfang an als Teil davon fühlen durfte. Besonders innerhalb der Stufengruppe erfahre ich grosse Unterstützung. Mit all meinen Fragen und Unsicherheiten darf ich jederzeit auf meine Kolleginnen und Kollegen zukommen und weiss, dass ich auf ein offenes Ohr stosse. Diese Offenheit, die gemeinsame Zusammenarbeit und vor allem die Zeit, die sie sich für mich nehmen, sind für meinen Berufseinstieg Gold wert.
Du kommst direkt von der PH. Wie fühlt es sich an, nun plötzlich selbst die Verantwortung für eine Klasse zu tragen?
Einerseits bedeutet der Berufseinstieg für mich eine riesige Freiheit: keine Nebenjobs mehr, der erste eigene Lohn und die Möglichkeit, selbstständig Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Andererseits war der Wechsel vom Studentenleben in einen 100%-Berufsalltag eine grosse Umstellung.
Gerade in den ersten Wochen musste ich zunächst meine neuen Routinen finden und herausfinden, wie ich meinen Alltag gestalten und organisieren möchte. Diese Zeit war intensiv und teilweise sehr anstrengend. Trotzdem gab es keinen einzigen Tag, an dem ich nicht gerne ins Schulhaus gekommen bin. Das hat mir immer wieder gezeigt, dass ich mich für den richtigen Weg entschieden habe.
Gleichzeitig musste ich schnell lernen, meine eigenen Ansprüche etwas herunterzuschrauben. Nicht alles muss von Anfang an perfekt sein und ich darf mir selbst und meinen Entscheidungen mehr vertrauen. Ebenso gehört für mich dazu, Unterstützung anzunehmen und bei Unsicherheiten nachzufragen. Gerade diese Erkenntnisse waren und sind ein wichtiger Teil meines Berufseinstiegs.
Was hat dich dazu bewogen, Lehrerin zu werden?
Schon während meiner eigenen Schulzeit begleitete mich der Gedanke, eines Tages Lehrerin zu werden. Ich ging immer gerne zur Schule und hatte zu meinen Lehrpersonen ein positives Verhältnis – selbst wenn sie manchmal streng mit uns waren.
Als ich ins Gymnasium kam, wusste ich zunächst noch nicht genau, welchen Weg ich danach einschlagen wollte. Im dritten Jahr wurde der Gedanke aus meiner Schulzeit jedoch immer präsenter und der Wunsch, selbst einmal vor einer Klasse zu stehen, verstärkte sich zunehmend. Die Entscheidung, Lehrerin zu werden, habe ich schliesslich bewusst getroffen – und bis heute fühlt sie sich für mich richtig an.
Was hat dich während deiner Ausbildung besonders geprägt?
Die Praktika.
Gibt es etwas, das du im Studium gelernt hast und nun täglich anwenden kannst?
Lernspiele.
Wie würden deine Freunde dich in drei Worten beschreiben?
lustig (humorvoll), freundlich, engagiert
Was machst du gerne, wenn gerade keine Schule ist?
Ausschlafen, lesen, Freunde treffen, spazieren, backen, Film schauen, Sonne tanken.
Wo oder wie kannst du am besten abschalten?
Zuhause oder im Training.
Welche deiner Eigenschaften hilft dir im Schulalltag besonders?
Ich bin geduldig und kann Ruhe bewahren.
Worauf freust du dich im Umgang mit den Kindern am meisten?
Beziehungen aufzubauen und sie in ihrer Entwicklung und im Lernen zu begleiten und zu unterstützen.
Was wünschst du dir für deine Klasse in diesem Schuljahr?
Ich wünsche mir, dass ein gutes Klassenklima entstehen kann.
Was macht für dich guten Unterricht aus?
Guter Unterricht bedeutet für mich, dass sich die Kinder wohlfühlen, gerne lernen und aktiv mitmachen. Dabei sind mir eine klare Struktur, Abwechslung und eine Lernumgebung wichtig, in der Fehler erlaubt sind und jedes Kind seinen Platz findet.
Was können Kinder oft besser als Erwachsene?
Sagen was sie denken, im Moment Leben, neugierig sein.
Was erzählen uns Deine Schülerinnen und Schüler, wenn wir sie fragen, wie du so bist?
Ich glaube, sie würden sagen, dass ich lustig und manchmal auch streng bin. Vielleicht würden sie auch sagen, dass ich gross bin.
Wenn du für einen Tag wieder Schülerin der 3. Klasse wärst: Auf welches Fach würdest du dich freuen?
Musik.
Was machen Lehrerinnen eigentlich im Lehrerzimmer?
Kaffee trinken, durchschnaufen, sich austauschen, gemeinsam lachen manchmal etwas vorbereiten.
Und was machen sie in den vielen Ferienwochen?
Sie versuchen zwischendurch, nicht an die Schule zu denken, die Ferien zu geniessen und eine Pause einzulegen. Und irgendwann heisst es dann wieder: Unterricht vorbereiten für nach den Ferien.
Was war dein lustigstes Erlebnis in den ersten Schulwochen?
Ein einzelnes Erlebnis herauszupicken, ist gar nicht so einfach – es gibt fast täglich etwas zu lachen. Besonders die spontanen und ehrlichen Aussagen der Kinder sorgen immer wieder für lustige Momente.
Welche Regel würden deine Kinder sofort einführen, wenn sie die Schule einen Tag lang leiten dürften?
Wahrscheinlich würden sie sofort Regeln wie „Keine Hausaufgaben“, „Längere Pausen“ oder „Man darf neben dem Kind sitzen, neben dem man möchte“ einführen.
Entweder oder?
- Tee oder Kaffee? beides
- Frühaufsteherin oder Nachteule? Nachteule
- Berge oder Meer? Meer
- Buch oder Film? Buch
- Sommer oder Winter? Sommer
- Sporthalle oder Klassenzimmer? Klassenzimmer
- Schokolade oder Chips? Chips
- Hund oder Katze? Leopard
Danke, Céline, für das nette Gespräch. Schön, dass Du bei uns bist!
Fabiola Michel
Oktober 2026